EnBW: Auftakt zur Tarifrunde 2019

Arbeitgeber zeigt in erster Verhandlungsrunde Unverständnis für unsere Forderungen.

| Am 14. Januar 2019 lief die erste Verhandlung der Tarifrunde 2019 über mehr Geld für die Beschäftigten der privaten Energiewirtschaft in Baden-Württemberg.

Dabei erläuterte ver.di-Verhandlungsführer Stefan Hamm der Arbeitgeberseite ausführlich die Forderungen 7,1 Prozent mehr Entgelt und 180 Euro mehr Auszubildendenvergütung (Laufzeit jeweils zwölf Monate).

Bei der Festlegung der Forderungen hat die ver.di-Tarifkommission mehrere Faktoren berücksichtigt:

Das Bruttoinlandsprodukt ist 2017/2018 über zwei Prozent gestiegen, und dieser Trend wird sich nach Prognosen auch 2019 fortsetzen. Die Daten Baden-Württembergs sprechen für eine deutliche Entgelterhöhung.

Auch der Anstieg der Arbeitsproduktivität muss sich im Entgelt für die Beschäftigten ausdrücken, damit nicht nur die Arbeitgeberseite dabei gewinnt, sondern eine gerechtere Verteilung erfolgt.

Unsere Branche ist auf stark motivierte Auszubildende angewiesen sowie auf Kolleginnen und Kollegen, die sich mit großem Engagement ihrer Arbeit widmen.

Stefan Hamm, Verhandlungsführer der ver.di

Die Energiewirtschaft stützt sich angesichts der Energiewende auf Beschäftigte, die sich mit großem Engagement ihrer Arbeit widmen, und auf stark motivierte Auszubildende. Deshalb muss sie auch finanziell attraktive Ausbildungsbedingungen schaffen.

Aktuell sind im Tarifgebiet die Lebenshaltungskosten stark gestiegen.

Das betrifft nicht nur eine Inflationsrate von rund zwei Prozent, sondern auch die Verbraucherpreise für Energie, Ernährung, Fahrtkosten, Dienstleistungen. Vor allem haben sich Miete und Nebenkosten deutlich erhöht, bezahlbarer Wohnraum ist knapp.

Ein Ausgleich der Preissteigerungsrate ist somit dringend erforderlich.

Unverständnis auf Arbeitgeberseite

Die Arbeitgebervertretungen drückten anschließend ihr „Unverständnis“ für die Forderungen der ver.di-Tarifkommission aus.

Nach einer Sitzungsunterbrechung, bei der sich die Arbeitgeberseite zur Beratung zurückzog, legte der Arbeitgeberverband ein „Angebot“ vor:

  • 2,4 Prozent mehr Entgelt
  • 4,8 Prozent mehr Ausbildungsvergütung
  • 16 Monate Laufzeit

Darin sahen wir keinerlei Basis, die Verhandlungen an diesem Tag fortzusetzen…

Die zweite Verhandlungsrunde findet am 14. Februar 2019 statt. Wir erwarten dabei von den Arbeitgebern ein verhandlungsfähiges Angebot.


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