TUI: Unzumutbares Angebot

Foto: Julia Hausam

Am 24. und 30. August 2018 fanden die ersten beiden Verhandlungstermine in der diesjährigen TUI Deutschland-Tarifrunde statt.

In der zweiten Verhandlungsrunde legte die Arbeitgeberseite dann ihr „Angebot“ auf den Tisch:

  • Ab Oktober 2018 sollen die Ausbildungsvergütungen um 40 Euro steigen.
  • Ebenfalls ab Oktober 2018 soll es 1,5 Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten geben, ab Oktober 2019 weitere 1,2 Prozent mehr.
  • Die Laufzeit soll 24 Monate betragen.

Unterm Strich, d.h. unter Berücksichtigung der Inflation, bedeutet das einen Reallohnverlust für die Beschäftigten. Tarifdeluxe sieht anders aus!

Die ver.di Tarifkommission hat sehr klar zum Ausdruck gebracht, dass diese „Krümel“ keine Verhandlungsgrundlage darstellen und dass wir eine deutliche Nachbesserung fordern. Dazu sah sich die Arbeitgeberseite nicht in der Lage. Damit waren die Verhandlungen nach einer Stunde beendet.

Der Touristiknachwuchs hat deutlich mehr als 40 Euro gefordert:

  • eine Großstadtzulage in Höhe von 100 Euro monatlich;
  • einen Fahrtkostenzuschuss in Höhe von 60 Euro monatlich;
  • eine Mitgliedervorteilsregelung – einmal pro Jahr einen 250 Euro-Reisegutschein und einen Tag mehr Urlaub;
  • einen Bildungsurlaubszuschuss in Höhe von 400 Euro einmal in der Ausbildung;
  • eine 35-Stunden-Woche im dritten Ausbildungsjahr;
  • und eine Erhöhung der vermögenswirksamen Leistungen auf monatlich 20 Euro!

Weniger ist Wahnsinn!

Jährliche zweistellige Ergebniszuwächse bei TUI stehen hohen Abwanderungsquoten der jungen Beschäftigten in den Reisebüros gegenüber. Und trotzdem sollen Beschäftigte und Azubis so abgespeist werden? Wir fragen uns: Ist der Nachwuchs für TUI unwichtig? In Zeiten des Fachkräftemangels ist dieses Verhalten verantwortungslos!

Kurz nach Ende der zweiten Verhandlungsrunde zeigten zahlreiche ver.di Mitglieder mit ihrer Post-it-Aktion (siehe Fotos) und dem Camping vor der Unternehmenszentrale, dass sie sich mit diesem „Angebot“ des Reisemarktführers nicht zufriedengeben. Bei einem Besuch des Vorstandsvorsitzenden des TUI Konzerns wiesen sie nachdrücklich auf ihre Forderungen hin und stellten in diesem Zusammenhang unangenehme Fragen zur laufenden Tarifrunde.

Am 20.09.2018 startet die dritte Verhandlungsrunde.

 

 

 

 

 

 

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