Durchbruch im Öffentlichen Dienst

Frank Bsirkse am Verhandlungsort
Foto: Kay Herschelmann

Am Sonntag begrüßten wir die Arbeitgeber im Öffentlichen Dienst lautstark vor dem Verhandlungshotel, am Montag besuchten wir die Kommunalen Arbeitgeber in Berlin und in der Nacht zum Mittwoch haben wir ein Ergebnis – dass sich vor allem für Auszubildende echt sehen lassen kann.

Und das ist euer Erfolg! Ihr habt in den vergangenen Wochen gezeigt, dass ihr mehr wert seid und mehr verdient habt. Weniger ist einfach Wahnsinn. Ohne eueren Einsatz auf der Straße und vor den Betrieben wäre so ein Ergebnis nicht möglich gewesen!

  • 100€ mehr Ausbildungsvergütung innerhalb von 30 Monaten
    Für die Auszubildenden erhöht sich rückwirkend zum 1.03.2018 die Ausbildungsvergütung um 50€, und ab dem 1.03.2019 um weitere 50€ .
  • Die Übernahmeregelung wird fortgeführt. Diese Regelung gilt bis zum 31.Oktober 2020.
  • 30 Tage Urlaub auch für Auszubildende
  • Und jetzt der Knaller: Schluss mit unbezahlter Ausbildung
    Für Erzieher_innen in praxisintegrierter Ausbildung (PiA), Auszubildende zu Operations- und Anästhesietechnischen Assintent_innen sowie die Auszubildenden zu Notfallsanitäter_innen steht fest, dass sie rückwirkend zum 1.3.2018 tarifiert werden. Die Höhe ihrer Vergütung richtet sich nun nach der Vergütung der Pflegeausbildung.
  • Bei der Tarifierung der betrieblich-schulischen Ausbildungen im Gesundheitswesen (Ergotherapeut_innen, Logopäd_innen, Masseur_innen, Physiotherpeut_inen, Orthopist_innen, MTAs und Diätassistent_innen) sind wir noch nicht am Ziel – aber einen großen Schritt weitergekommen: Dass die Kosten für über die Krankenkassen refinanziert werden müssen ist mittlerweile unstrittig. Es stellt sich nur die Frage ob die neuen Tarifierungen in die laufenden Budgetverhandlungen zwischen den Krankenkassen und den Krankenhäusern mit aufgenommen werden können. An diesem Punkt sagen wir klar: JA, kann es! Der VKA sieht diesen Punkt jedoch anders, weswegen es Ende April einen gemeinsamen Termin zwischen BMG, TdL, VKA und ver.di geben wird.
  • Duale Studierende kommen auch in den Tarifvertrag
    Sie werden im Anschluss an diese Verhandlungen auf Grundlage der Bundesrichtlinie tarifiert.
  • Für Beamtenanwärter_innen in Dienstellen des Bundes wird das Ergebnis übertragen.
  • Für Beschäftigte gibt es 7,5% mehr innerhalb der 30 Monate:
    Rückwirkend ab dem 1.3.2018 3,19 Prozent Entgelterhöhung. Ab dem 1. April 2019 weitere 3,09 Prozent. Ab dem 1. April 2020 weitere 1,06 Prozent
  • Erhöhung für Berufseinsteiger um 10%
    In allen Entgeltgruppen steigt die Entgeltstufe 1 um gut 10% bis 2020, um den Öffentlichen Dienst für Berufseinsteiger attraktiver zu machen.

Die Laufzeit von 30 Monaten ist ein Wehrmutstropfen, aber in Verhandlungen muss man auch immer Kompromisse eingehen. Wir meinen, das ist vor dem Hintergrund der guten Ergebnisse für Auszubildende vertretbar. Jetzt seid ihr gefragt. Die Mitgliederbefragung läuft die Tage in den Betrieben und Dienststellen an.

 

6 thoughts on “Durchbruch im Öffentlichen Dienst

  1. Gibt es schon ein Ergebnis aus dem Termin zwischen BMG, TdL, VKA und ver.di bzgl. der Vergütung betrieblich-schulischen Ausbildungen im Gesundheitswesen? Vielen Dank!

    1. Hallo Sandra,
      leider haben die Arbeitgeber zwei Termine kurzfristig verschieben müssen. Jetzt ist für den 3. Juli ein Verhandlungstermin zwischen uns, VKA und TdL vereinbart. Wir informieren euch hier über den aktuellen Stand der Verhandlungen!

    1. Leider haben die Arbeitgeber die Verhandlungen über die unbezahlten Berufe erneut verschoben, bzw ganz ausgesetzt, da wir in NRW an zwei Unikliniken für einen Tarifvertrag Entlastung streiken. Das eine hat zwar mit dem anderen nichts zu tun, aber sie versuchen es trotzdem mit dieser Art von Erpressung. Sobald wir hier Neuigkeiten haben, werden wir es über unsere Kanäle (Whatsapp, hier und Facebook) auch kommunizieren.

        1. Hallo Marie, sorry für die späte Antwort. Erpressen lassen haben wir uns nicht, denn wir haben bei dem Thema ja nicht locker gelassen. Und gestern Abend konnten wir endlich einen Durchbruch erzielen. Ab dem 1.1.19 werden die schulischen Ausbildungen im Krankenhausbereich endlich auch vergütet.

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