3000 protestieren gegen unbezahlte Ausbildung

Warnstreiks in Kassel

Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen? Könnte das an der Überlastung in der Pflege und der völlig unbezahlten Ausbildung im medizinisch-technischen Bereich oder bei Physio- und Ergotherapeuten liegen?

Auf so abwegige Gedanken kamen am Dienstag den 10. April rund 200 Auszubildende. Sie demonstrierten im Rahmen des zentralen Warnstreiktages für Nordhessen in Kasse, womit in Hessen die Warnstreikwoche im öffentlichen Dienst startete. Der Protest der Jugend richtete sich dabei vor allem gegen die unbezahlten Ausbildungen im Krankenhausbereich. Der Jugendblock war aber auch nur ein Teil der rund 3000 Beschäfitgten, die mit ihrem Streik für eine deutliche Erhöhung ihrer Löhne und Gehälter demonstrierten. Für Auszubildende fordern wir 100 Euro mehr Ausbildungsvergütung, sofern sie denn bisher überhaupt schon eine erhalten.

Nicht nur in der Jugendrede wurde das schizophrene Verhalten der Arbeitgeber deutlich gemacht. Auf der einen Seite beschwören diese den drohenden und bereits existierenden Fachkräftemangel, auf der anderen Seite scheint ihnen aber nicht in den Sinn zu kommen, dass faire Ausbildungsbedingungen diesem Fachkräftemangel entgegenwirken könnten. Dieses Verhalten macht insbesondere diejenigen Auszubildenden wütend, die einen Beruf erlernen, für den es keinerlei Vergütung gibt.

Die betroffenen Auszubildenden fordern eine Tarifierung ihrer Ausbildungsgänge, um nicht mehr den Eltern auf der Tasche zu liegen. Auch sie wollen ein Leben außerhalb des Elternhauses und sich neben der Ausbildung nicht auch noch auf Nebenjobs konzentrieren müssen. Ist das zu viel verlangt? Wir sagen Nein!

Keine Ausbildungsvergütung? Wir sagen PFUI!

Tarifdelxue – Weniger ist einfach Wahnsinn.

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