Mitgliederbefragung bei der Post: Ist das für euch Tarifdeluxe?

„Nach ausgesprochen zähen Verhandlungen hat der Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt. Wir werden dieses nun in unserer Tarifkommission beraten und bewerten.“ So lautete das erste kurze Statement von Andrea Kocsis nach der Tarifverhandlung bei der Deutschen Post am heutigen Mittwoch, den 28. Februar 2018. Kocsis ist ver.di-Verhandlungsführerin bei der Post und außerdem stellvertretende Vorsitzende der ver.di.

In den Tarifverhandlungen für die rund 130.000 Beschäftigten der Deutschen Post AG hat das Unternehmen nach zwei Verhandlungstagen am Mittwochmorgen des 28.02. in Much bei Bonn ein Tarifangebot vorgelegt. Beide Seiten hatten über die Inhalte zunächst Stillschweigen vereinbart, bis das Angebot in der dafür zuständigen ver.di-Tarifkommission beraten worden ist. Das ist nun geschehen…

Nach vorherigen Warnstreiks in neun Bundesländern hat die Arbeitgeberseite also in der vierten Verhandlungsrunde endlich geliefert, Andrea Kocsis findet das Angebot allerdings schwierig:

„Es enthält zwar Elemente zu allen unseren Forderungen, bleibt aber gleichzeitig hinter unseren Erwartungen zurück. Das betrifft vor allem den zweiten linearen Erhöhungsschritt von 2,1 Prozent im Jahr 2019“, so Kocsis.

Das Angebot für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten lautet wie folgt:

  • Laufzeit von 28 Monaten (bis 31. Mai 2020);
  • überproportionale Entgelterhöhungen für Auszubildende und Studierende an Berufsakademien;
  • ab 1. Oktober 2018: 3,0% mehr Entgelt für alle weiteren Beschäftigten;
    optional Umwandlung in freie Zeit (anstelle der linearen Erhöhung): 60 Stunden Entlastungszeit im Jahr;
  • ab 1. Oktober 2019: 2,1% mehr Entgelt für alle weiteren Beschäftigten;
    optional Umwandlung in freie Zeit (anstelle der linearen Erhöhung): 42 Stunden Entlastungszeit im Jahr;

Beide Schritte können auch zu einer Entlastungszeit von 102 Stunden zusammengefasst werden.

  • im April 2018: Einmalzahlung von 100 Euro für Auszubildende und Studierende an Berufsakademien;
  • im April 2018: Einmalzahlung von 250 Euro für Beschäftigte;
  • im Oktober 2019: Einmalzahlung von 350 Euro für Beamte;
  • Fortschreibung der Postzulage für die 32.000 Beamten des Unternehmens bis Vertragsende.

Ist das noch Billigtarif oder schon deluxe?!

Unsere Tarifkommission will das von EUCH wissen:

Die ver.di-Mitglieder bei der Deutschen Post werden jetzt befragt!

Entscheidet selbst, ob ihr dieses Angebot annehmen wollt.

Klar ist jedenfalls: Was wir fordern, liegt deutlich über diesem Arbeitgebervorschlag.

Und dass wir im Notfall auch einfach streiken können, wisst ihr ja noch von letzter Woche. 

Also: Wie soll’s jetzt weitergehen? Mischt euch ein – Weniger ist Wahnsinn!

One thought on “Mitgliederbefragung bei der Post: Ist das für euch Tarifdeluxe?

  1. Dieses Tarifangebot ist ein Witz und heuchlerisch seitens der Post.

    Das Geld für die jährliche Beurteilung wird aufs Jahr aufgeteilt und monatlich ausgezahlt. Daß sehr viele Beschäftigte dadurch hohe Lohneinbußen haben, wird nicht erwähnt. In meinem Fall sind es 600€ im Jahr. Warum? Weil für die Aufteilung ein Betrag gewählt wird der niedriger ist als dass was die meisten von uns haben. 2070€ haben wir momentan und 1500€ mit dem Ergebniss. Und da wird behauptet es wäre das höchste zumutbare. Lachhaft. Auch die prozentualen Lohnerhöhungen, warum erst bald ein Jahr nach Abschluss. Alles in allem sehr traurig, wenn man es mit dem Vergleich was der Vorstand und die Aktionäre auf dem Rücken der Beschäftigten einsacken.

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